Need–Accuracy–Duration (NAD)
NAD macht explizit, welche Entscheidung eine Beobachtung rechtfertigt, welche Evidenz ausreicht und wann die Beobachtung überprüft werden sollte. Der Ansatz soll die Verständigung über quantitative Daten zwischen Beteiligten mit unterschiedlichen technischen Kenntnissen erleichtern.
- Need
- Wer benötigt welche Information, für welche Entscheidung und mit welchen Folgen möglicher Fehler?
- Accuracy
- Welche Messgüte, zeitliche Auflösung und Kontextinformation reichen dafür aus?
- Duration
- Wie lange muss beobachtet werden, um Aufnahme, Stabilisierung oder Abbruch einer Nutzung zu erfassen?
Vom Ereignis zur überprüfbaren Hypothese
Beispiel: Die Nutzung eines Hilfsmittels nimmt ab. Dies könnte auf Belastung hinweisen, aber auch auf Genesung, eine andere Routine, zusätzliche Unterstützung oder einen Messfehler. Erst die Verbindung mit Aufgabenbezug, Selbstauskünften und gezielten Vergleichsbedingungen erlaubt eine begründete Interpretation.
Für latente Größen sollen Indikatoren, erwartete Zusammenhänge und widerlegende Befunde vorab beschrieben werden. Ein Nutzungsmaß ist weder mit Selbstwirksamkeit noch mit einer Krankheitsentwicklung gleichzusetzen.
Sensorik an Alltagsgegenständen
Kapazitive Gitter und andere objektnah eingesetzte Sensoren können Kontaktflächen, Greifwechsel oder Nutzungsepisoden beschreiben. Die CapGrid-Arbeit skizziert solche Merkmale für Hand-Objekt-Interaktionen. Ihre Zuordnung zu Kraft, Ermüdung oder kognitiver Belastung benötigt eine eigene Validierung.
Texte zum Thema
- From Use Events to Value Signals: Establishing a Need–Accuracy–Duration Framework for Object-Centered Evaluation of Assistive Technologies
- Measuring long term use of assistive technologies with object mounted sensing: the Need-Accuracy-Duration framework
- Capacitive Grid Sensing on Everyday Objects: A Scalable Interface for Clinical Motor and Cognitive Monitoring
- Design als Rekalibrierung: Handfunktion, Dinggebrauch und die Iteration assistiver Artefakte
